Sonntag, 25. Januar 2009

Bangkok

Bin um Mitternacht in Bangkok angekommen. Ich war der einzige Nicht-Thai im Bus und so stürzte sich noch bevor ich aus dem Bus raus war, gleich die ganze Taxler-Meute auf mich. Nach harten Verhandlungen haben wir uns preislich in der Mitte geeinigt ("Half-Half"), da alle Taxler zusammenhalten ("Same Same") kommt man auch schwer günstiger davon. Er brachte mich dann aber verlässlich zur Soi Rambutti, wo ich in einem Guesthouse reserviert hatte. Die Soi Rambutti ist unweit der berühmten Backpacker-Strasse Khao San Road, aber im Gegensatz zu dieser doch etwas ruhiger. Beim Guesthouse dabei war auch noch ein Restaurant und ein Café, wo ich ein chinesisches Pärchen kennenlernte. Die zwei gehörten wohl eher zur Oberschicht, waren gebildet und wussten auch sehr viel über Österreich. Wir redeten noch ein wenig über chinesischen Kommunismus, den sie als Kapitalismus beschrieben, wo man zwar viel an den Staat zahlt, aber nichts zurückbekommt. Jason lud mich dann auch noch nach Peking ein, er meinte das Leben dort macht sehr viel Spaß.
Am nächsten Tag startete ich dann mit Sightseeing. Auf dem Weg zum Grand Palace wurde ich dann von vielen angesprochen, die mich vor betrügerischen Tuk-Tuk-Fahren warnten - und sich dann selbst anboten, mich zu dem seltsamen in keinem Reiseführer erwähnten "Lucky Budha" zu bringen. Dabei erzählten sie mir auch, dass der Palast aufgrund der Angelobung der neuen Regierung heute für Ausländer gesperrt ist. Alles Humbug, man kam natürlich ohne Probleme rein. Nach ausführlicher Besichtigung des Tempels und des Palastes bin ich ein wenig mit dem öffentlichen Schiff den Fluss rauf und runter gefahren, um dann mit dem Tempel Wat Arun einen weiteren berühmten Tempel zu besichtigen. Dort habe ich dann mit einem Longtail-Boot eine Kanalrundfahrt gemacht. Diese Fahrt ist wirklich empfehlenswert, man sieht hier Bangkok auf eine ganz andere Art. Entlang des Kanals befinden sich Hütten auf Wasserstelzen gebaut - teils sehr einfach, teils auch etwas luxuriöser, dazwischen einige Tempel, eine Fischfarm und der berühmte schwimmende Markt (bei dem wir aber nicht stoppten).
Nach der Kanalfahrt gings noch zum Wat Po mit einem riesigen liegenden Buddha. Danach gings via Park heimwärts. In dem Park gabs Musik, wo viele Mädchen (und auch einige wenige Herren) die Bewegungen der Vortänzerin nachahmten. Dazu noch viele Jogger, Tischtennisplätze und ein kleines Outdoor-Fitnesscenter. Als plötzlich die Hymne gespielt wurde, kam ich mir vor wie bei einem Flash-Mob. Jeder blieb sofort regungslos stehen, danach ging alles wieder wie gewohnt weiter.
Bei Sanam Luang (königliche Gefilde) fragte ich ein Mädel nach dem Weg zur Samsen Road. Sie sagte, sie ist eh auch grad zur Khao San Road unterwegs und ich könnte sie begleiten. Sie erzählte mir, dass sie gerade von einem 10 monatigen Wien-Aufenthalt zurückgekommen ist, wo sie für die UNO gearbeitet hat.
Am Abend bin ich dann noch auf die Khao San Road Shopping - hier kann man alles kaufen: Studentenausweise, Presseausweise, Uni-Abschlüsse, etc. Nach dem Essen hab ich einen Thai nach einem weniger touristischen Lokal gefragt. Er empfahl mir einen Club, wo jeden Tag Live-Musik gespielt wird. Nachdem in Thailand in Lokalen Rauchverbot ist, ging ich kurz raus eine rauchen und lernte dort einen Ami, einen Kanadier und seine in der Schweiz lebende Freundin kennen. Es folgte eine intensive Diskussion, ob Kommunismus funktionieren kann (der Ami war überzeugter Kommunist). War eine interessante Diskussion, nachdem die sich aber in amerikanische und kanadische innenpolitische Geschickte entwickelte, klinkte ich mich aus und kehrte in mein Guesthouse zurück.
Am Donnerstag gings dann zurück nach München und mit dem Zug heim nach Linz. War wirklich ein geiler Urlaub, ich wär gern noch länger geblieben!

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